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32 / Beschriftete mesopotamische Siegel der Frühdynastischen und der Akkad-Zeit

Karin Rohn

2011 386 Seiten + 74 Seiten Tafeln, gebunden

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156,00 CHF

978-3-7278-1696-3

Die Arbeit bietet erstmals eine Zusammenstellung und Untersuchung der beschrifteten Siegel aus zwei wichtigen Epochen des alten Vorderen Orients: der Frühdynastischen und der Akkad-Zeit. Das umfänglich gesammelte Material wird chronologisch und thematisch geordnet vorgelegt. Breiter Raum wird den Lesungen der Legenden eingeräumt, die in älteren archäologisch-kunsthistorischen Betrachtungen größtenteils nicht beachtet wurden. Angaben zum Verwendungszweck der antiken Abrollungen vervollständigen das Bild. Die durch die Analyse dieser wichtigen Denkmälergruppe erreichten Resultate bieten Einblicke in die Gesellschaftsordnung, deren Entwicklungen und zum „Sitz im Leben“ der Siegel.

Rollsiegel spielten im täglichen Leben der Menschen im alten Vorderen Orient eine große Rolle. Neben der Auswahl der Darstellung konnte der Besitzer seinem Rollsiegel eine persönliche Note verleihen, in dem er eine Inschrift mit seinem Namen, oftmals gefolgt von weiteren Angaben, anbringen ließ. Diese bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. hinein bestehende Tradition nahm ihren Anfang um die Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. Hier setzt die vorliegende Arbeit ein. Herrscher und Mitglieder ihrer Familien versahen ihre Siegel erst ab der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. mit Inschriften. Es waren Beamte, wie z. B. Schreiber, die in südmesopotamischen Zentren wie Kiš und Fara tätig waren und die bereits ca. 100 Jahre früher Inschriften auf ihren Siegeln anbringen ließen. Nach diesem ersten Auftreten beschrifteter Siegel stieg ihre Zahl rasch an und ihr Verbreitungsraum vergrößerte sich innerhalb kurzer Zeit bis nach Susa und Nordmesopotamien. Die Siegellegenden wurden zunehmend komplexer und umfangreicher. In der Akkad-Zeit kam zudem die Tradition auf, dass hohe Beamte vom König Siegel als Zeichen ihrer Loyalität erhielten.

Die Erstellung einer Legendentypologie und detaillierte Auswertungen zum Inhalt der Legenden, aber auch zum Anbringungsort der Inschriften im Siegelbild ermöglichen es, eine umfassende Entwicklung der Siegelinschriften von der frühdynastischen bis zur Akkad-Zeit nachzuzeichnen. Eingehend untersucht werden auch Verbindungen zwischen dem Siegelbild und den Legenden, sowie zwischen Siegelbild und Herstellungsmaterial. Direkte Bezüge zwischen der Darstellung und der Inschrift können aufgezeigt werden, wenn die Siegelinhaber bzw. die Auftraggeber zu den höchsten Gesellschaftskreisen zählten. So ließ z.B. die Priesterin des Mondgottes von Ur und Tochter des Königs von Akkad für einen ihrer Untergebenen ein Siegel mit einer Darstellung des Mondgottes anfertigen. Hypothesen einer Verbindung zwischen dem Herstellungsmaterial frühdynastischer Siegel und dem Siegelbild (etwa, dass bei Siegeln im Besitz von Frauen Bankettszenen auf nur auf Lapislazulisiegeln angebracht wurden) konnten widerlegt werden.

 

Zur Autorin

Karin Wild (geb. Rohn), geboren 1980 in Merseburg (Sachsen-Anhalt), studierte von 1999-2005 Vorderasiatische Archäologie und Kunst und Altorientalistik an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Leipzig. Das vorliegende Buch ist die überarbeitete Fassung ihrer 2009 von der Universität Halle-Wittenberg angenommenen Dissertation.

Seit 2009 ist Karin Wild als wissenschaftliche Museumsassistentin am Vorderasiatischen Museum in Berlin beschäftigt. Neben ihrem bisherigen Forschungsschwerpunkt, der Untersuchung der vorderasiatischen Glyptik, analysierte sie in Berlin im Rahmen des Restaurierungsprojektes der Kunstwerke vom Tell Halaf die Relieffragmente, die zu keinem der restaurierten Bildwerke gehören, und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte und Entwicklung der Denkmäler vom Tell Halaf.