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12 / "Intersex"
Groneberg, Michael / Zehnder, Kathrin (Hrsg.)
Geschlechtsanpassung zum Wohl des Kindes?
Erfahrungen und Analysen
2008 248 S.
Fr. 46.- / EUR 29.-
ISBN 978-3-7278-1506-5
Michael
Groneberg / Kathrin Zehnder (Hrsg.)
"Intersex"
Geschlechtsanpassung
zum Wohl des Kindes?
Erfahrungen und Analysen
In
Ovids Metamorphosen verschmelzen die Götter die Nymphe Salmacis mit Hermaphroditos
– Sohn von Hermes und Aphrodite – zu einem Zwitterwesen aus Mann und Frau.
In unserer Kultur wurden Hermaphroditen in der Mythologie als vollkommene
Wesen verehrt und in der Realität lange Zeit zu Monstern erklärt und getötet.
Nach kanonischem Recht konnten intersexuelle Menschen ihr Geschlecht selbst
bestimmen, seit dem 18. Jh. wird vermehrt ein wahres männliches oder weibliches
Geschlecht hinter der zweideutigen Erscheinung vermutet. Vor rund 50 Jahren
begann sich die Theorie durchzusetzen, dass die Geschlechtsidentität –
«Ich bin ein Mädchen / ein Junge» – ausschliesslich durch Sozialisation
festgelegt werde, so dass eine uneindeutige Anatomie chirurgisch in beliebiger
Richtung korrigiert werden könne. Obwohl diese Auffassung mittlerweile
revidiert ist, nimmt man weiterhin sogenannte Geschlechtsanpassungen vor.
Es mehren sich kritische Stimmen gegen diese medizinisch nicht immer zwingend
indizierte Praxis, die zu Traumatisierungen führen kann und die Menschenwürde
sowie das Selbstbestimmungsrecht des Kindes verletzt. Im vorliegenden
Band widmen sich VertreterInnen verschiedener Disziplinen – Philosophie,
Sozialwissenschaft, Sexualwissenschaft, Psychologie und Recht – im Dialog
mit Betroffenen und Eltern diesem Thema. Es werden einschlägige Begriffe
und Erfahrungen sowie die juristischen und therapeutischen Probleme dargestellt
und ethische, juristische und Behandlung und Forschung betreffende Schlussfolgerungen
gezogen. Das Buch enthält ein ausführliches Glossar, eine Liste von Kontaktadressen
und einen Katalog von Empfehlungen.
Die
Herausgeber: Michael Groneberg aus Eisenerz in der Steiermark ist promovierter
und habilitierter Hochschullehrer und –forscher in Philosophie (Ethik,
Wissenschaftsphilosophie, Antike). In der Geschlechterforschung steht
im Vordergrund seines Interesses die Konstruktion und Normierung von Sexualität,
Geschlechtlichkeit und männlicher Subjektivität. In derselben Reihe erschien
von ihm Bd. 13 «Der Mann als sexuelles Wesen – Zur Normierung männlicher
Erotik».
Kathrin
Zehnder aus Baden im Aargau ist lizenzierte Sozialwissenschafterin
und diplomierte Sozialarbeiterin. Sie promoviert im Fach Soziologie im
Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Pro*Doc- Projekts
zur Frage des Widerstands seitens der intersexuellen Selbsthilfe-Bewegung
im deutschsprachigen Raum gegen die Behandlungspraxis und das «doing sex»
der Medizin. Sie interessiert vor allem die Frage, wie Intersexualität
von den AktivistInnen fern der medizinischen Pathologie gelesen und verhandelt
wird.
Reihe:
Ethik und politische Philosophie, Band 12
248 Seiten, broschiert,
Fr. 46.- / EUR 29.-
ISBN 978-3-7278-1506-5